Klein aber fein?

Neben den ganzen Erlebnissen habe ich fast vergessen, überhaupt die Kulisse an sich zu beschreiben. Das will ich natürlich nachholen. Also, wie sieht es hier aus und wie lebt es sich in Culverden?
Man kann über kleine Dörfer sagen, was man will, aber einen großen Vorteil haben sie, den man ihnen nicht absprechen kann: sie sind klein. Ja, Captain Obvious schlägt wieder zu, aber! lasst mich erklären. Es ist einfach unheimlich praktisch, dass alles so nah beieinander liegt. Du willst zum Supermarkt? Klar, da läufst du eine Minute. Cafes, Pubs, Friseur? Alles die Straße runter, keine 5 Minuten. Dein Auto ist mal wieder kaputt gegangen? 750m. (Ich kann leider ein Lied davon singen.) Du musst tanken? Du hast sogar die Wahl zwischen zwei Tankstellen an den entgegengesetzten Enden des Dorfes, 850m voneinander entfernt. Ja, Culverden ist nicht mal einen Kilometer lang. Lustig ist es, wenn du dich an die Hauptstraße stellst und damit beide Enden der Stadt siehst. Was dabei auffällt, ist, dass die Straße schnurgerade bis zum Horizont verläuft. Damit ähnelt sie auch dem Großteil der Strecken in der Umgebung. Weiterhin laufe ich zu meiner Arbeit bzw. zur Schule auch nur ca. 5 Minuten, was ziemlich klasse ist (so kann ich nämlich länger schlafen ;D). Die beiden folgenden Bilder sind, passend zu dem davor erzählten, auf meinem Schulweg an der Hauptstraße entstanden:

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Die Kehrseite der kleinen Medaille ist, dass die Preise höher sind und du für alles andere ins 1,5 Autostunden entfernte Christchurch fährst. Billigere Lebensmittel findest du zwar auch in Amberley, 40 Autominuten von hier, aber die Abwägung 2 Minuten Fußweg versus 80 Minuten Autofahrt für ein paar Lebensmittel, weil du nur für dich selbst einkaufst, lassen Culverden dann doch etwas attraktiver dastehen.
Daneben gibt es aber auch vieles, wofür man diese Insel im weiten Kuhmeer lieben kann. Neben der allgemeinen Freundlichkeit, die einem hier entgegenschlägt, wäre da nur mal die Aussicht. Zwar nicht unbedingt von meinem Haus aus, aber dafür umso mehr zum Beispiel von der Schule. Die komplette Umgebung ist sehr flach und diese großen Ebenen werden für weitläufige Milchbetriebe/Farmen genutzt. Doch dann plötzlich: beeindruckende, teils schneebedeckte Berge am Horizont. Es fühlt sich beinahe so an, als befänden wir uns hier in einem riesigen Kessel. So in etwa wie in Mordor. Bloß mit südlicher Talöffnung sowie weniger Hitze und Orks.

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Darüber hinaus darf ein weiterer Punkt nicht vergessen werden. Zuvor sei gesagt, dass neben der flachen Umgebung auch die Häuser sehr niedrig sind und nur äußerst selten einen zweiten Stock besitzen, was man aber auch für den Rest Neuseelands behaupten kann. Das und die Tatsache, dass wir hier auf dem Land sind und die Lichtverschmutzung dementsprechend gering ist, führen dazu, dass man einen wunderschönen, fast uneingeschränkten Blick auf den kompletten südlichen Nachthimmel hat. An wolkenlosen Nächten, die es erstaunlich oft gibt, kann man zahlreiche Sterne und sogar die Milchstraße wunderbar gut betrachten. Jaja, ich gerate schon wieder etwas ins Schwärmen, aber wer könnte das nicht bei diesem Anblick? In unserem Reisemonat möchte ich auch unbedingt zum See Tekapo in der Nähe des Mt. Cook, des höchsten Berges Neuseelands. Dort soll man besonders gut den Nachthimmel bestaunen können.

Alles in allem kann man also behaupten: ja, Culverden ist klein, aber fein. Zumindest mir gefällt es hier im Mordor 2.0 sehr gut.

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